Über uns

Zuerst der Blick zurück. Am Anfang stand ein Buch. Ein Buch, das uns wahrscheinlich nachhaltiger geprägt hat, als es Kafka, Dostojewski oder Kerouac vermochten. Die Rede ist von Stefan Macks „Fränkische Brauereikarte“(mit damals noch 380 existierenden Brauereien). Erschienen Anfang der Neunziger, wurde dieses Buch zu unserer Bibel, mit welcher wir seinerzeit ins gelobte Land der Brauereivielfalt auszogen (ich bitte diese etwas platte Analogie zu entschuldigen, aber schließlich entstand in dieser Zeit in Nürnberg auch das Landbierparadies, also ganz offensichtlich empfanden andere ähnlich).

In der Stadt von Tucher und Patrizier (gruseliges Bier, bis heute) lebend, bestand unser Brauereihorizont aus den üblichen Verdächtigen: Becks, Jever, Köpi, und das höchste der Gefühle waren Pilsner Urquell und Budweiser.Um so größer waren dann die Neugier und die Leidenschaft, mit welcher wir dann fast jedes Wochenende „aufs Land“ fuhren, um die Kleinstbrauereien links und recht der Regnitz zu erwandern (bzw. zu erradeln). Überwältigt von der Geschmacksvielfalt, der Qualität der Biere, der Landschaften, der Preise (eine Halbe kostete damals um die 1,50 DM, und das Essen war sowieso saugünstig) und der Tatsache, daß es möglich war, innerhalb weniger Kilometer viele Brauereien durchzuprobieren, kamen wir so über die Jahre bis in die hintersten Winkel Frankens.

Das „Schönes-Wochenende“-Ticket der Bahn (welches damals sagenhafte 15 DM(!) kostete und für fünf Personen das ganze Wochenende galt) war uns dabei sehr hifreich, und oft genug übernachteten wir nach getaner Arbeit (sprich nach sechs oder sieben Brauereien bzw. Bierkellern) mit Schlafsack und Isomatte irgendwo am Waldrand oder am Acker, um am nächsten Tag unser Werk fortzusetzen.

Das führte irgendwann dazu, daß wir uns einen ehemals bewirtschafteten Bierkeller in der Nähe von Bamberg pachteten, ausgestattet mit Kegelbahn, Terasse, Kellerhäuschen und einem riesigem Felsenkeller. Das war die absolute Krönung unseres Wirkens und insgesamt eine sehr spannende Zeit. Nun, den Keller gibt es so nicht mehr (zumindest für uns nicht), genausowenig das 15-Mark-Ticket und die dazugehörige Währung. Die Brauereikarte von damals war wegen intensivster Benützung schon sehr bald nicht mehr zu gebrauchen (es gab ja dann weitere Neuauflagen, und habe mir dann später noch ein Exemplar der Originalauflage besorgt, welches ich hüte wie meinen Augapfel), und leider gibt es viele der von uns bereisten Brauereien nicht mehr (gerade 2011 gab es herbe Verluste).

Geblieben sind die Leidenschaft und die Erfahrungen aus zwanzig Jahren Brauereitouren. In diesem Blog wollen wir uns erinnern an die vielen Geschichten, die so langsam in Vergessenheit zu geraten drohen und irgendwie auch der Gegend mit der größten Brauereidichte der Welt huldigen. Hoffentlich wird’s was!

^Wuhrzel Dienstbier

Bierfranken at its best: Beim "Held" im Biergarten

Bierfranken at its best: Beim "Held" im Biergarten

Eine Antwort zu Über uns

  1. Erik schreibt:

    Hallo,
    witziger weise ging es mir ebenso. Ab 1995 ging es mit dem Mack Richtung Franken, den Anfängen des Biertourismus. Den Mack habe ich sogar noch inkl. der Einträge wann man wo war. Die Begeisterung ist geblieben, jetzt fährt man mit aktualisiertem Bierkartengut und Internerinfos quer durch Franken & Oberpfalz. Bier schmeckt immer noch soooo gut. Übrigens ist der Held aufn Foto auch wirklich lecker. Gruß Erik

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