Fracking und Brauwasser

429156_web_R_K_B_by_Rainer Sturm_pixelio.de2016, dem Jubiläumsjahr des Reinheitsgebots, wird viel über die erlaubten Zutaten im Bier gestritten. Was mir darüber etwas in Vergessenheit gerät, ist, dass man auch für Koriandergose und Himbeer-Pale-Ale sauberes Brauwasser benötigt. Und eine Gefahr für ebendieses bildet aus meiner Sicht das derzeit ungeregelte Fracking.

2015 haben die Parteien der Großen Koalition ein Fracking-Gesetz vertagt, weil sie sich nicht einigen konnten. Fracking ist zur Zeit in Deutschland nicht oder kaum geregelt. Daher ist es letztlich erlaubt. Niemand kann guten Gewissens abschätzen, welche Folgen Fracking für das Trinkwasser hat. Womit wir direkt beim Brauwasser angekommen wären.

Fracking könnte in bestimmten Gebieten das Trink-/Brauwasser vergiften

Fracking ist ein Verfahren, mit dem Gas aus dem Boden herausgepresst wird. Eine Mischung aus Wasser, Sand und Chemikalien wird mit hohem Druck in tief unter der Oberfläche liegendes Gestein gepresst, um das Gas durch eine Bohrleitung austreten zu lassen. Durch die Chemikalien und den hohen Druck könnte also das Grundwasser verseucht werden. Das Umweltbundesamt, dem man gemeinhin nicht gerade Panikmache vorwerfen kann, spricht von „Risiken vor allem für das Grundwasser“ und davon, dass es noch „viele Wissenslücken beim Fracking-Prozess“ gibt.

Auf den Seiten des Deutschen Brauerbundes wird die Problematik des Gesetzentwurfs hinsichtlich der „Wassereinzugsgebiete für die Getränkeherstellung“ (also auch hinsichtlich des Brauwassers) so zusammengefasst:

„Während der am 1. April 2015 vom Bundeskabinett beschlossene Gesetzentwurf für […] Gebiete, aus denen Trinkwasser für die öffentliche Versorgung stammt, bundeseinheitliche Verbotsregelungen für Fracking vorsieht, soll für Wassereinzugsgebiete für die […] Getränkeherstellung lediglich eine optionale Länderklausel gelten, die auch eine Zulassung von Bohrungen ermöglichen würde. Wir halten eine derartige Ungleichbehandlung für untragbar und nicht nachvollziehbar. Einen Länderflickenteppich darf es nicht geben. Wir fordern eine einheitliche und wirksame Regelung, die drohende Risiken begrenzt.“

Warum schreibe ich gerade jetzt über Fracking und Brauwasser?

Die Regelung liegt in der Großen Koalition auf Eis, die Reform wurde vertagt. Denn auf ein paar Eckpunkte hatten sich SPD und Union geeinigt, aber bei gewichtigen Punkten nicht. Die SPD möchte höchstens zwei wissenschaftlich begleitete Probebohrungen unter strengen Auflagen erlauben, die Union besteht auf sechzehn. Außerdem sind die Parteien uneins über die sogenannte „Expertenkommission“. Diese Kommission soll Empfehlungen aussprechen, ob einem Frackvorhaben zuzustimmen oder nicht zuzustimmen ist. Das ist ein Wunsch des Bundeskanzleramtes, die SPD dagegen möchte den Bundestag über Frackvorhaben abstimmen lassen.

Da die Reform der Fracking-Gesetzt jetzt nun einmal auf Eis liegt, sollte man den Politikern in der Zwischenzeit auf die Nerven gehen. Da die Union viel mehr für Fracking ist als die SPD, werde ich wohl an den für mich zuständigen CDU-Abgeordneten schreiben.

Bildnachweis: Rainer Sturm – www.pixelio.de

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