Vergessene Brauereien: Brauerei Hausmann Lonnerstadt

Vermutlich war ich einer der letzten Gäste. Es war noch trauriger als sonst, wenn ich zufällig Brauereiwirtschaften in den letzten Zügen besuchte. Der Brauer und Chef sei vor einer Woche verstorben (dass der Verstorbene der Brauer war, ist eine Falsch-Information, es war wohl der Mann der Brauerin, danke, Rainer, für den Hinweis!), man schenke jetzt noch das restliche Bier aus, dann mache man die Brauerei zu. Für immer. 

Ich musste bei der Lektüre eines Beitrags auf LandLebenBlog über die Trostlosigkeit, „Gastwirtschaften beim Sterben zuzusehen“ irgendwie dauernd an den Brauereigasthof Hausmann in Lonnerstadt denken. Gemäß der Liste der Traurigkeiten auf www.braufranken.de hat die Brauerei 2003 geschlossen. Ganz kurz vor Schluss war ich noch dort, ohne von der Tragödie gewusst zu haben. Die Gastwirtschaft war leer und dunkel, nur das Licht über dem Tisch, an dem meine Gruppe saß, brannte. Die Wirtin, deren Mann eine Woche plötzlich verstorben war, servierte Speisen und Getränke mit Tränen in den Augen. Sie berichtete davon, dass sie fast ein Leben lang mit ihrem Mann zusammen im Wirtshaus gearbeitet habe. Damit war es ganz plötzlich aus. Nachfolger weit und breit nicht in Sicht, klar, die Brauerei müsse schließen.

Die Karpfen waren richtig gut, das Bier habe ich als trinkbar und süffig in Erinnerung. Ich glaube, es war ein halbdunkles Kellerbier, genau weiß ich das aber nicht mehr.

Als Wirtshaus gibt’s das Anwesen sogar noch, insofern hat hier nur der Brauerei-, nicht aber der Gasthausschnitter zugeschlagen. Immerhin.

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5 Antworten zu Vergessene Brauereien: Brauerei Hausmann Lonnerstadt

  1. Rainer schreibt:

    Alex, was erzählst Du da? Lies Dir das mal durch und dann überlegst Du nochmal:
    http://www.nordbayern.de/region/hoechstadt/eine-frau-im-mannerberuf-mit-24-jahren-schon-braumeisterin-1.4336305
    Wir waren früher oft und gern in Lonnerstadt – das Bier war, vor allem im Winter, sehr unterschiedlich, aber gerade das war das spannende. Ich kann überhaupt nicht bestätigen, was Du da schreibst.

    • Athanasius Katz schreibt:

      Jetzt steh ich auf dem Schlauch, ich bitte um Entschuldigung, Rainer. Die Brauerei hat zu, die Wirtschaft gibt’s noch, so habe ich das geschrieben. Worüber muss ich nachdenken?

      • Rainer schreibt:

        Du schreibst „Der Brauer und Chef sei vor einer Woche verstorben…“.
        Hast Du den Artikel auf nordbayern.de nicht gelesen? Frau Reif braute natürlich selbst. Die Brauerei ist nicht geschlossen worden weil jemand gestorben ist, sondern aufgrund des üblichen Investitionsstaus. Es konnte eben nur entweder die Gaststätte oder die Brauerei auf Vordermann gebracht werden – die Entscheidung viel auf die Gaststätte.
        Da war in Deiner Erinnerung wohl zuviel Dramaitik – oder warst Du damals gar woanders? Letzteres ist zu vermuten. Um in der Umgebung zu bleiben warst Du evtl. bei der Brauerei Scheubel in Possenfelden – das war zwar nicht 2003, sondern 2005, aber dort ist der „Der Brauer und Chef … verstorben…“…
        Wir waren zur damaligen Zeit (vor und nach Brauschluß) häufig vor Ort in Lonnerstadt. In der Wirtschaft war es nie leer, es gab (gibt vieleicht noch?) einen funktionierenden Stammtisch.
        An Deinem Artikel stimmt eigentlich nichts, außer, dass in Lonnerstadt seit 2003 nicht mehr gebraut wird und die Wirtschaft noch offen hat.

      • Athanasius Katz schreibt:

        Lieber Rainer, ich bin durchaus orientiert, wo ich damals war. Ok, dass Frau Reif die Brauerin war, habe ich entweder vergessen oder es wurde damals nicht so deutlich. Ich freue mich auch, dass es die Wirtschaft noch gibt. Aber sei mir nicht böse, wenn ich darauf bestehen muss, dass die Gaststätte damals leer war. Wenn sie sonst auch jeden Abend voll war, an diesem Abend war sie es nicht. Und die Stimmung war so, wie ich sie beschrieben habe.

      • Rainer schreibt:

        Kopfschüttel und tschüss!

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