Bier auf Usedom

Usedomer Brauhaus HeringsdorfZwei Brauereien gibt es auf Usedom. Eine davon braut eines der besten Biere Mecklenburg-Vorpommerns, die andere punktet eher jenseits des Bieres. Aus verschiedenen Gründen musste ich dennoch immer wieder auf das Stralsunder Störtebeker ausweichen.

Usedom ist eine wunderschöne Insel. Ich hatte das Glück, dort einen dreiwöchigen Urlaub zu verbringen, in dem alles geboten war: Strand, Wandern, Strandwandern, unvorstellbar guter Fisch, kulturelle Highlights. Und es gibt zwei Brauereien auf Usedom. Achtung: Die Brauerei in Ahlbeck gibt es nicht mehr. Im Netz spuken allerlei Informationen umher (zum Beispiel hier oder hier), aber ich war dort, und die Brauerei hat vor Jahren dichtgemacht.

Usedomer Brauhaus in Heringsdorf

Usedomer Brauhaus MaßDas Usedomer Brauhaus lag keine zehn Gehminuten von meiner Unterkunft entfernt. Ein Vorteil, denn dort ist es recht gemütlich und das unfiltrierte Helle schmeckt wie ein Kellerbier daheim in Franken: Ein echtes Highlight, schön grasig, irgendwie nussig mit einem feinen Hopfen, der ganz leicht an die Zitrusnoten in einem IPA erinnert. Das alles in einer Ausprägung, die das Naturtrübe zu einem formidablen Trinkbier macht, von dem auch eine Maß hineingeht. Und eine Maß musste ich trinken, denn, und da sind wir schon beim Nachteil des Usedomer Brauhauses, das Bier ist extrem teuer. Für die Halbe berappt man 4,90 Euro im Gasthaus, ein mehr als stattlicher Preis. Aber jeden Dienstag kostet die Maß nur 5,55 Euro, ich bitte euch, da muss man doch zuschlagen.

Durchaus trinkbar auch das Pils, die anderen Sorten  habe ich nicht probiert. Gar nicht genug loben kann ich die Brauereiführung, die ich mitgemacht habe. Ich war erstaunlicherweise der einzige Gast, der sich am Mittwoch um 15 Uhr eingefunden hatte. Aber der Braumeister hat sich freundlicherweise für mich Zeit genommen und ich bin alle Fragen losgeworden. Ich habe gelernt, dass hinsichtlich der Rohstoffe, der Mühe, die man in die handwerkliche Braukunst investiert und hinsichtlich der Zeit im Lagerkeller alles zum Besten steht. Danke nochmal dafür, Bier und Führung waren wirklich ein Höhepunkt des Urlaubs. Und ich freue mich darauf, dereinst vielleicht weitere Saisonbiere probieren zu können.

Brauerei im Wasserschloss Mellenthin

Mellenthin BrauereiGleich am zweiten Tag des Urlaubs habe ich die Brauerei im Wasserschloss Mellenthin aufgesucht. Es handelt sich um ein Renaissance-Schloss mit Hotel, wunderschön gelegen und eben mit Brauerei und urgemütlicher Gaststätte. Man sitzt dort ganz herrlich, die Bedienungen sind freundlich und das Essen von sehr guter Qualität.

Einzig das Bier hat mir überhaupt nicht geschmeckt. Was mich gewundert hat, da der situative Bonus, von dem ich ja nicht müde werde zu betonen, dass der den subjektiven Biergeschmack deutlich beeinflusst, in hohem Maß vorhanden war. Aber das Bier war bei aller Honigsüße kratzig und sperrte sich gegen Schwerkraft und Peristaltik, die Kehle hinunterzufließen. Eindeutig handelt es sich um nicht-trinkbare hell-unfiltrierte Gasthausbrauereiplörre. Ich vermute, sie lagern das Bier zu kurz, was möglicherweise der Hauptsaison geschuldet ist. Jedenfalls kenne ich aus meiner Zeit als Kellerpächter zu kurz gelagerte Biere, in Mellenthin ging es geschmacklich deutlich in diese Richtung. Schade.

Bier in der Ferienwohnung und im Strandkorb

Störtebeker Weizen im StrandkorbDa mir an Nicht-Dienstagen das Bier in Heringsdorf zu teuer war, habe ich mir für die Ferienwohnung Störtebeker Atlantic Ale gekauft. Der Christian hat es hier im Blog schon beschrieben, und ich habe mich bei jeder Flasche von neuem in die Holundernote verliebt. Zum Glück sind auch Pils und Weizen aus Stralsund süffige Biere und in jedem Supermarkt erhältlich. Sogar der Strandkiosk meines Vertrauens verkaufte das Störtebeker Weizen.

Ich muss sagen, letzteres ist ein richtiges Strandkorb-Bier. Völlig einerlei, ob man voll angezogen und mit Wolldecke den Windschutz des Strandkorbs genießt oder ob man in der Badehose ein Strandkorbsonnenbad nimmt. Störtebeker-Weizen passt immer. Und das sage ich als Nichtweizentrinker.

Ratsherren Bierprobe zu RäucherfischAch und genau, fast vergessen hätte ich die Bierprobe mit Ratsherren-Spezialitäten aus Hamburg. Irgendwie hatte ich das Gefühl, so ein IPA müsste doch gut zu den unvorstellbar guten Räucherfischen passen, die auf Usedom überall feilgeboten werden. Auf die Gefahr hin, dass ich jetzt wieder böse Mails von ausgebildeten oder selbsternannten Biersommeliers und Bierpäpsten bekomme:

IPA passt hervorragend zu Räucherfisch. Von meiner Auswahl der Ratsherren-IPAs harmonierte am besten das Coast-Guard-Westküsten-IPA mit 6,3 % Alkohol mit Heilbutt, Lachs, Aal und geräuchertem Rollmops. Zur Nachahmung absolut empfohlen!

 

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2 Antworten zu Bier auf Usedom

  1. Sascha schreibt:

    Hallo,
    es gibt noch den Stolper Hof auf Usedom. Dort wird auch gebraut. Nur leider ist die Bierqaulität dort sehr schwankend. Mal richtig gut und manchmal noch nicht reif und daher nur mit Überwindung zu trinken.

    Gruß
    Sascha

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