Eine Flasche Bier für 10 Euro?

Eine Flasche Bier für 10 Euro10 Euro für ein Bier? Das kennt man sonst nur vom Oktoberfest. Da gibt’s für den Preis noch Schunkeln und Humtata dazu. Heute aber reden wir über eine Flasche Bier für 10 Euro – keine Maß wohlgemerkt, sondern bescheidene 0,33 Liter …

Käuflich erworben habe ich sie bei Winkler Bräu in Lengenfeld, wo man fein essen und feines Bier kaufen kann. Vor allem das Kupfer Spezial ist gleichermaßen bemerkens- und trinkenswert, dunkler als ein Helles und heller als ein Dunkles, handwerklich gebraut von Leuten, die etwas davon verstehen.

Als Bockbier gibt’s das Kupfer mit mehr Stammwürze und mehr Umdrehungen. Und zum 10-Euro-Bier wird das Kupfer Bock, nachdem es ein Weilchen im Bourbon-Eichenfass gelagert wurde und reifen durfte.

Das Bockbier mit Karamell-Aroma

Kupfer BockWir nähern uns dem teuersten Bier, das ich je getrunken habe, über den Umweg des Kupfer Bock ohne Eichenfass-Extravaganzen. Es hat überraschend wenig Schaum und überraschend viel Kohlensäure und bringt dank Röstmalz genau jenes Karamell-Aroma mit, das man vom Bockbier erwartet.

Während das normale Kupfer Spezial 13,6% Stammwürze und 5,4% vol. Alkohol hat, kommt das Kupfer Bock mit 16,6% Stammwürze und 6,4% vol. Alkohol daher. Cremig auf der Zunge und ein wenig schokoladig im Geschmack ist es sicher kein Alltagsbier, aber bei nasskaltem Herbstwetter gerade recht.

Alkohol und Holz

Kupfer Bock aus dem EichenfassNun aber zur Eichenfass-Extravaganz. Bier im Holzfass ist eigentlich nichts Neues. Vom Wein kennt man das ohnehin: Im Barrique-Fass verändert sich der Geschmack des Weins, zum Guten oder zum Schlechten. Im Idealfall unterstützt das Holz den Wein, dämpft sperrige Tannine und erweitert noch das üppige Aromen-Spektrum. Wenn’s schlecht läuft, dominiert das Holz den Wein und ruiniert mit klebrigen Vanille-Aromen jede Vielfalt.

Was also passiert mit dem Kupfer Bock nach Reifung im Eichenholzfass, in dem zuvor Bourbon gelagert wurde – außer dass sein Preis auf 10 Euro pro Flasche steigt?

Mandeln, Zwetschgen, Fallobst

Das 10 Euro BierSchon beim Riechen merkt man sofort: Dieses Bier hat erkennbar Whiskey geatmet. Und auch im Geschmack verbinden sich Bockbier- und Whiskeyaromen zu einer faszinierenden und wohlschmeckenden Melange, die einen zudem an gebrannte Mandeln, überreife Zwetschgen und Fallobst denken lässt.

Schon nach wenigen Schlucken wundert man sich nicht mehr über dieses cremige und opulent fruchtig-süße Bier, sondern ist sich sicher, das perfekte Herbst- und Winter-Bier gefunden zu haben, das an einem heißen Sommerabend im Biergarten aber so was von gar nicht angebracht wäre, in der kälteren Jahreszeit einem schweren Rotwein aber ohne weiteres Konkurrenz machen kann.

Donnerwetter! Was für ein Bier!

Ab und zu etwas Besonderes …

Fazit: Lohnt es sich, ein so teures Bier zu kaufen? Zum Ausprobieren auf jeden Fall. Das war schon ein beeindruckendes Geschmackserlebnis. Aber teuer ist es natürlich trotzdem. Auf den Inhalt einer Flasche Wein umgerechnet dürfte diese knapp 23 Euro kosten – dafür bekommt man schon einen verdammt guten Wein, egal ob im Stahltank oder im Holzfass gereift. Doch wer sich ab und zu etwas Besonderes gönnen will, der kauft eben hin und wieder eine Flasche Wein für 20 Euro – oder eben ein Bier in der gleichen Preisklasse.

PS: Wer in naher Zukunft nicht in Lengenfeld vorbeikommt, kann übrigens hier Bier von Winkler Bräu online kaufen, auch als gemischtes Probierpaket. Nur das teuerste Bier meines Lebens kann man offenbar nicht online, sondern nur vor Ort käuflich erwerben …

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2 Antworten zu Eine Flasche Bier für 10 Euro?

  1. Pingback: Das teuerste Bier meines Lebens | Christian Buggischs Blog

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