Der Dicke Engel in Moabit

Eigenbräu vor dem dicken EngelIch habe lange überlegt, ob ich den vorliegenden Artikel mit der Kategorie „Die ideale Wirtschaft“ taggen soll. Ergebnis: Der „Dicke Engel“ ist ganz nah dran und macht aus meiner Sicht fast alles richtig.  

Schon eher zufällig war das Ergebnis meiner Wohnungssuche Moabit. Ich muss gestehen, dass ich während all der Berlin-Aufenthalte nie nach Moabit fand. Umso interessanter ist es jetzt für mich, meine unmittelbare Nachbarschaft zu erkunden. Und ab und zu saugt mich bei solchen Erkundungstouren der Dicke Engel ein.

Es handelt sich um eine Kneipe, die nach einer überlebensgroßen Figur benannt ist, die im ersten Gastraum thront. Die Form erinnert an Kunst von Niki de Saint Phalle und könnte bei etwas gutem Willen tatsächlich ein barocker Engel sein. Das Dickerchen ist so riesig, dass man es kaum aufs Bild bekommt, daher gibts unten keine Aufnahme der ganzen Figur. Vorteil ist, dass kein Platz mehr für Deko übrigbleibt. Gottseidank, ihr wisst ja, wie allergisch der Katz auf den ganzen Nippes reagiert.

Der Dicke Engel lässt auch brauen

Vom Fass gibt’s neben einigen Fernsehbieren auch ein Pils und ein Dunkles, das man jeweils in Brandenburg nach eigenem Rezept brauen lasse. Ich habe mich bisher immer ans Pils gehalten. Es ist hervorragend gezapft und damit sehr süffig, ein Bier ohne viel Schnickschnack. Neulich hatte ich Besuch aus Nürnberg, mit dem ich im Dicken Engel war. Mein Gast bezeichnete das Bier als „pikant“, das trifft, wie ich finde, ins Schwarze.

Essen im Dicken Engel

Die Speisekarte berlinert sehr schön. Eisbein, Buletten sind sowieso klar, Leber, Krautwickel und Gulasch seien auch nach Berliner Art zubereitet (habe ich aber noch nicht probiert). Und dann gibts noch Schnitzelvariationen, die nach Berliner Bezirken benannt sind. Alles, was ich gegessen habe, schmeckt prima, das Haar in der Suppe konnte ich hinsichtlich der Speisen bisher nicht finden.

Das einzige Problem ist, dass es unglaublich lange dauert, bis das Essen zubereitet ist. Normalerweise wartet man so 40 – 50 Minuten, neulich waren es eine Stunde 20 Minuten. Und auf Nachfrage reagierte die Bedienung nicht wirklich unfreundlich, aber durchaus schnippisch, warum man überhaupt nachfrage und wann man denn bestellt habe. Man merkte richtig, dass sie solche Fragen öfter hört. Das hätte etwas freundlicher sein können, und eine weitere Küchenhilfe einzustellen, wäre wohl aus Sicht des Gastes kein großer Fehler. Also: Viel Zeit mitbringen oder sich die Wartezeit mit süffigem Pils vertreiben!

Engel über Engel

Im Dicken Engel war ich zuletzt übrigens gestern. Und wie das Leben so spielt, saß ich vorgestern im Würgeengel. Dabei handelt es sich um eine unvorstellbar schöne Cocktailbar, in der es allerdings kein ernstzunehmendes Bier gibt. Daher werde ich sie wohl hier im Blog nicht behandeln.

 

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