Rezension: Bio-Bierführer Deutschland

Bio-Bierführer Deutschland von Harald SchiederLang ist’s her, da wollte der Katz mal mit Harald Schieder ein Bierbuch über „Sonderbiere“ in Nordbayern schreiben. Dass da nichts draus geworden ist, liegt nicht an Harald. Ich hatte damals keine Zeit für die Recherchen und andere Sorgen. Der Harald hat mehrere Bücher übers Bier veröffentlicht, unter anderem den „Bio-Bierführer Deutschland“. Den hab ich mir mal angeschaut. Und war beeindruckt!

Äußerlichkeiten

Selbstverständlich muss so ein Biobierführer mit grünem Einband daherkommen. Man hat sich bei der Gestaltung des Covers aber auch was gedacht. Wie das Bild links oben zeigt, sind die Umrisse einer Bügelflasche zu erkennen, auf dem Flaschenhals ein „H“. Und diese Bügelflasche scheint sich auszubreiten, das zeigen die Linien wie auf einer Wetterkarte. Schön gemacht, gefällt mir!

Bio-Bierführer Deutschland LayoutDas Layout im Innern hat mich etwa zu zwei Dritteln überzeugt. Der einleitende Teil und das Ende sauber gelayoutet und gegliedert. Die jeweils linken Seiten ebenso, der Fließtext wird meist durch zwei Bilder aufgelockert. Was mich nicht so überzeugt hat, ist der kleinteilige Aufbau der jeweils rechten Seiten. Hier gehts schon etwas käsekästchenartig zu, und die Fortsetzung des Fließtexts der linken Seite muss man erstmal finden.

Inhalt: Höchst informativ!

Also wirklich, chapeau! Was Harald da an Wissenswertem zusammengetragen hat, ist interessant, aufschlussreich und mir fast alles neu gewesen. Der einleitende Teil des Buches ist knapp, aber informativ. Über das ganze Buch verteilt finden sich Fakten zu den verschiedenen Biosiegeln, die sehr schön zusammenfassen, worauf es bei den Siegeln ankommt.

Die Artikel zu den jeweiligen Brauereien enthalten eben nicht nur die Adressen, Telefonnummern und Öffnungszeiten. Der Fließtext beschreibt die Geschichte und die Besonderheiten einer Brauerei. Einen echten Mehrwert bieten die sensorischen Skizzen der Biersorten. Ein paar Leute kenne ich, die dazu beigetragen haben, und ich glaube, die wissen alle, wovon sie sprechen. Hardfacts, Öffnungszeiten, Festivitätenhinweise und ein „Tipp“ ergänzen Fließtext und Sensorik mit den Informationen, die man unbedingt braucht. Super Auswahl!

Aufbau und Duktus überzeugen mich nur bedingt.

Was zu meckern gibts naürlich immer. Den Aufbau des Buches finde ich etwas durcheinander. Wegen mir hätte man die Biobrauereien von A bis Z auflisten können. Harald hätte nicht zwischen drei Blöcken unterscheiden müssen (sinngemäß Brauereien mit ausschließlich Biobieren, Brauereien unter anderem mit Biobieren sowie weitere Biobiere. Auch erschließt sich mir nicht, warum die Beschreibungen der Biosiegel übers ganze Buch verteilt sind, das hätte doch wunderbar mit in den einleitenden Teil gepasst.

Das Buch hat mich interessiert und der Inhalt war auch äußerst interessant. So dass ich es in einem Zug durchgelesen habe. Vielleicht hätte ich das nicht machen sollen, weil man Nachschlagewerke nie von vorn bis hinten durchlesen soll. Denn mit der Zeit hat mich der Duktus in den Fließtexten genervt. Irgendwie geht’s mir hier zu marketinglastig zu. Ich möchte Harald kein Unrecht tun, aber mir kommt es so vor, als finden die Informationen und Marketingtexte der Brauer, Wirte und Stadtmarketers zu ungefiltert Eingang ins Buch. Zum Beispiel:

… liegt Loifling, das eine Vielzahl an Attraktionen für Jung und Alt zu bieten hat. Ziet es die Jüngeren wohl in den Churpfalzpark, bietet der Ort für Erwachsene …

Oder:

… Freiheit, Fantasie, Fröhlichkeit … ist das Motto des Firmenchefs und Braukünstlers Georg VI. Schneider. So tragen alle Bierkreationen seine persönliche Handschrift.

Oder auch :

Individuelle Biere entstehen aus individuellen Rohstoffen, internationale Rezepte befreundeter Brauerkollegen sorgen für immense Vielfalt, die dem ‚Bierforscher‘ ein nahezu unerschöpfliches Universum unterschiedlicher Bierstile offenbart.

So ist mir das zu viel. Man hofft bei der Lektüre des Buches insgeheim, dass mal ein Bier nicht geschmeckt hat, dass mal eine Service-Katastrophe passiert ist. dass mal die Kirchweih ins Wasser gefallen ist. Ich weiß, dass Harald sehr viel umeinanderfährt und Brauereien selber besucht. Dass ihm alles geschmeckt hat und alles immer nur ganz super war, glaube ich ihm nicht. Etwas mehr Meinung und, wo sie berechtigt ist, Kritik, fände ich deshalb gut.

Harald Schieder: Bio-Bierführer Deutschland. Verlag Hans Carl. Nürnberg 2012.

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3 Antworten zu Rezension: Bio-Bierführer Deutschland

  1. Frau Tonari schreibt:

    Feiner Geschenketipp für meinen besten Biertrinker von allen ;-)

  2. Pingback: Results for week beginning 2014-03-31 | Iron Blogger Berlin

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