Biere in den USA

Bierregal im Whole-Foods-SupermarktNeben den „vergessenen Brauereien“ starte ich hiermit eine weitere Artikelserie. Thema: Bier in den Vereinigten Staaten, wo ich mich jüngst mehrfach aufgehalten habe. Die Serie soll nicht enzyklopädisch werden, sondern, wie es bei allen anderen Artikeln auch der Fall ist,  einige Biere, Brauereien oder Gaststätten skizzieren, die ich besucht habe.

Ich starte im vorliegenden Beitrag mit eher allgemeinen Fakten und Gedanken, demnächst steige ich dann in die Einzelkritik ein.

Am Anfang meiner bierbezüglichen Forschungen in den USA standen große Augen: Ich war überrascht über die Vielfalt und über die Qualität des Craftbeers (wie der Amerikaner das handwerklich gebraute Bier nennt) und über die Anzahl der Microbreweries und Brewpubs. Die Brewers Association definiert „Craftbrewery“ als klein, unabhängig und traditionell mit einem Ausstoß nicht über 7.000.000 hl im Jahr. Eine „Microbrewery“ stoße weniger als 12.000 hl im Jahr aus. Das ist noch immer ziemlich viel, zum Vergleich: In Gräfenberg (Linden-Bräu) beträgt der Bierausstoß 4000  hl, in Appendorf gar nur 500 hl im Jahr. Aber in USA ist eben alles ein bisschen größer, mir egal, so lange sie trinkbares Bier brauen. Aktuell gebe es über 2300 Craftbreweries, davon ungefähr 1100 Microbreweries (Mehr Zahlen bei Brewers Association | Facts).

Bierregal im Whole-Food-SupermarktNatürlich ist nicht alles nach dem Reinheitsgebot gebraut. Die Zutatenliste liest sich manchmal wie auf einer Süßstoffdose. Das gilt aber nicht für alle Biere und Brauereien. Insbesondere dann, wenn die Microbrewery von einem deutschen Auswanderer betrieben wird, kommt nur Hefe, Hopfen, Malz, Wasser ins Bier. Ich weiß nicht so recht, was ich vom mangelnden Brauen nach dem Reinheitsgebot halten soll. Zugegebenermaßen resultiert viel Geschmacksvielfalt aus den diversen Zutaten, andererseits schafft man es auch mit den Reinheitsgebot-Komponenten, Vielfalt ins Glas zu bringen, bestes Beispiel hierfür die deutschen Kleinstbrauereien.

Bierregal und Zapfanlage Whole FoodsIn jedem besser sortierten Supermarkt gibt es ein Craftbeer-Regal mit lokalen, regionalen und internationalen Bierspezialitäten; mitunter kann man sich den Sixpack seiner Wahl zusammenstellen. Mein diesbezüglicher Favorit: Whole Foods, wo man sich sogar Craftbeer aus dem Fass in Siphons abfüllen kann.

Jetzt bleibt natürlich ein Vergleich mit deutschen Supermarktgetränkeabteilungen nicht aus: Liebe Rewes, Edekas und Kaufländer, ok, ihr habt schon so ein bisschen dazugelernt, meist sind ein oder zwei Biere erhältlich, die geschmacklich über die Massenplörre hinausgehen. Aber bitte veramerikanisiert doch mal euer Getränkemarkt-Angebot, indem ihr neben all der Warsteiner-, Bitburger- und Beck’s-Herrlichkeit auch eine vernünftige Auswahl von Bieren aus der Region mit ins Regal stellt. 

Draught ListErfreulich auch das Angebot auf den Getränkekarten in Lokalen. In Restaurants beschränkt sich das zwar auf ein oder zwei Fassbiere, die aus der Region stammen. Sobald die Gaststätte aber mit „Pub“, „Beerbar“ oder Ähnlichem überschrieben ist, sind über zehn Draughts (Fassbiere) und um die 30 Flaschenbiere keine Seltenheit mehr. Paradiesisch!

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2 Antworten zu Biere in den USA

  1. Christian Buggisch schreibt:

    Schön, ich freue mich auf die weiteren Beiträge der Serie. Was die deutschen Supermärkte angeht, ist das Verhalten wohl sehr unterschiedlich. Bei „unserem“ Rewe um die Ecke gibt es tatsächlich zwei Regalreihen lang Bier „aus der Region“, was auch genau so ausgezeichnet ist bzw. beworben wird. Auf die Weise habe ich z.B. das Göller entdeckt, über das wir neulich sprachen. Muss mal in anderen Supermärkten darauf achten …

  2. Olaf schreibt:

    Ich glaube die Tatsache das viele Restaurants nur wenige Biere im Angebot habe ist, das diese oft einen Vertrag mit den Lokalen Brauereinen eingehen und so, Themen, Zapfanlage und viele weitere Sachen gestellt bekommen, müssen dafür aber das Bier verkaufen und dürfen keine anderen mehr anbieten.

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