Bier zwischen Leerstand

Gansbräu-BrauereiWas bin ich Wuhrzel Dienstbier in den Ohren gelegen, nachdem ich das „Gansbräu“ im Getränkemarkt gekauft hatte: „Lass uns nach Neumarkt fahren, dort gibt es drei sogenannte ‚Keller‘, die das Gansbräu ausschenken.“ Letzten Sonntag haben wir unseren Ausflug nach Neumarkt gemacht. Bier war bestens, aber die „große Kreisstadt“ Neumarkt präsentierte sich äußerst ernüchternd. 

Wohlweißlich haben wir weder Lamm noch Glossner getrunken, so dass wir von bösen Bier-Überraschungen verschont geblieben sind. Über das Gansbräu (Helles und Rotes) habe ich an anderer Stelle berichtet. Dem ist nichts hinzuzufügen. Außer dass das naturtrübe Pils vom Gansbräu ebenfalls ganz wundervoll schmeckt: Eigentlich sogar am besten von den Sorten, die ich kenne. Es hat die fruchtig-hopfige Note, die typisch ist für einige Biere zwischen Bamberg und Forchheim. Wer das Georgen- oder das Greif-Kellerbier kennt, weiß, was ich meine. In der Oberpfalz hätte ich diesen Geschmackstyp nicht erwartet, aber umso besser, dass sich die fränkische Biergeschmacksvielfalt ohne erkennbare Minderung nach Osten fortsetzt. Bier also bestens.

Die Wirtschaften jedoch – die drei „Ganskeller“, um genau zu sein – werden nicht meine Lieblingsgaststätten werden. Wir befinden uns hier zugegebenermaßen auf der Geschmacksebene. Mir gefallen die Wirtschaften einfach nicht, zumindest zwei davon: In der mittleren Gans steht mir zuviel Schnickschnack herum und die Einrichtung passt nicht zusammen. Der obere Ganskeller ist für meinen Geschmack kaputtrenoviert, eine rote Decke und das indirekte Licht von den Wänden zerstören jegliche Authentizität. Der untere Ganskeller geht so grade noch.

Der Abschuss aber waren die Seitenstraßen der Innenstadt von Neumarkt. Wuhrzel und ich waren der Meinung, dass abseits der zentralen Hauptstraße noch Gastlichkeit zu finden sein müsse, wie es in anderen Städten der Oberpfalz auch der Fall ist (zum Beispiel in Amberg oder Sulzbach). Aber totale Fehlanzeige! So etwas wie die Innenstadt von Neumarkt kenne ich in der gesamten Region kein zweites Mal: Leerstand, Fensterhöhlen und bröckelnde Fassaden zum einen, weit und breit keine Gastlichkeit zum anderen. Sorry, „große Kreisstadt Neumarkt“, ich komme so schnell nicht wieder, denn das Gansbräu erhalte ich auch in Getränkemärkten des Nürnberger Landes.

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3 Antworten zu Bier zwischen Leerstand

  1. Micha schreibt:

    Ich weiß schon warum ich die Nürnberger Innenstadt nicht verlasse …

  2. Christian Buggisch schreibt:

    Das sieht ja wirklich finster aus …

  3. Pingback: Waldhorn-Bilder | bierfranken

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